YouthBridge trifft Münchens Bürgermeister

YouthBridge trifft Münchens Bürgermeister2018-07-05T19:57:30+00:00

Am 4. Juni war YouthBridge im Rathaus der Landeshauptstadt München zu Gast. Wir trafen den Zweiten Bürgermeister Josef Schmid. Wir stellten Fragen und Herr Schmid stand uns Rede und Antwort. Hier sind einige Eindrücke:

Unter anderem wurde Josef Schmid gefragt, was er von der Idee halte in München eine autofreie Innenstadt einzuführen. Der Bürgermeister war nicht von der Idee überzeugt und begründete es damit, dass für die lokalen Geschäfte, die an neu entstehenden Fußgängerzonen liegen, die Mietpreise zu hoch seien. Er sieht allerdings ein, dass es sinnvoll ist, den Autoverkehr in München zu reduzieren. Die Menschen sollten insbesondere durch Anreize dazu bewegt werden, nach und nach auf Car- und Bike-Sharing umzusteigen. Der Meinung des Fragestellers Natan nach sollte die Stadt München mutiger sein. Er hält die Idee einer autofreien Stadt für sehr spannend und sinnvoll. Weltweit gibt es Konzepte, die sehr gut funktionieren.

Eine weitere Frage bezog sich auf das große und öffentliche Fastenbrechen am Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan, das Anfang Juni mit mehr als 3.000 Gästen im Luitpoldpark stattfand. Diese Veranstaltung fand nun zum zweiten Mal mit, ganz wichtig, der Unterstützung der Stadt München statt. Ismail fragte, warum ein solches Fastenbrechen erst letztes Jahr von der Stadt unterstützt wurde. Schließlich gebe es in München seit mehreren Jahrzehnten muslimische Gemeinden. Der Bürgermeister sagte, dass er an mehreren Fastenbrechen der muslimischen Gemeinden teilgenommen habe. Ismail ist sich nicht sicher, ob die Fastenbrechen der muslimischen Gemeinden, an denen Herr Schmid teilgenommen hat, von der Stadt München unterstützt wurden. Es ist für ihn aber sehr erfreulich, dass es nun ein großes Fastenbrechen gibt, das die Stadt München unterstützt. Von Ismails Seite ein großes Dankeschön dafür!

Die nächste Frage war sehr kritisch. Es ging darum, warum die Stadt München die historischen Häuser, die unsere Stadt sowohl kulturell als auch geschichtlich ausmachen würden, abreiße – statt sie zu restaurieren. Herr Schmid antwortete, dass die Stadt auch auf die beschränkte und sehr teure Miet- und Wohnlage in München Rücksicht nehmen müsse. Man müsse stets abwägen und entscheiden, was wichtiger sei. Zudem sagte er, dass viele Bürger manche Denkmäler auch nur deshalb erhalten wollen würden, weil sie nicht wollten, dass etwas anderes entstehe. Er nannte auch die zum Teil sehr hohen Renovierungskosten als Grund. Die Meinung von Noal, die die Frage stellte, ist folgende: Sie versteht natürlich, dass der Profit verlockend ist. Aber unsere Stadt machen die letzten historischen Bauten so besonders. Natürlich ist auch die Wohnlage in München sehr heikel, jedoch gibt es viele Flächen im Münchner Umland, die noch nicht bebaut sind. Man könnte doch diese nutzen, bevor man ein Stück Kultur und Geschichte abreißt. Die Bedenken wegen der hohen Renovierungskosten kann sie auch sehr gut verstehen. Man könnte die Kosten möglicherweise durch private Investitionen mindern, denn vielen Menschen bedeuten die Denkmäler sehr viel. Sie sind ein Stückchen Heimat, ein Stück München.

Last but not least noch Zawadis Frage und Meinung: Bayern hebe sich ein wenig von den anderen Bundesländern ab. Die Schulen seien am schwersten, es sei das einzige Bundesland, in dem die CSU und nicht CDU gewählt werde, die Änderungen im neuen PAG gingen weiter als in anderen Bundesländern. Noals Frage lautete, ob sich Bayern künftig noch weiter abgrenzen werde. Aus der Antwort konnte er ziehen, dass Bayern kein unabhängiger Staat werden wird, weil dies in vielerlei Hinsicht nachteilig für den Freistaat Bayern wäre. Leider war die Zeit zu knapp, um die Frage ausführlicher zu besprechen.

Nun zu meiner persönlichen Meinung. Ich fand, dass das Gespräch mit Herrn Schmid eine einmalige Gelegenheit war, um die vielen politischen Fragen in der YouthBridge-Gruppe einmal nicht nur von den Medien, sondern zur Abwechslung mal von einem Insider beantworten zu lassen. Herr Schmid hat sehr souverän auf die zum Teil auch kritischen Fragen geantwortet, und zumindest bei mir auch andere Blickwinkel auf gewisse Themen eröffnet. Obwohl ich im Nachhinein aus vielen Richtungen gehört habe, dass die Antworten des Bürgermeisters ganz klar „eben CSU“ seien, fand ich, dass er relativ neutral Einblicke in seine politische Arbeit und wie die Stadt München vorhat, mit den aktuellen Problemen umzugehen, eröffnet hat. Die Kamingespräche reizen mich und ich bin schon gespannt auf die nächsten.

Ron Bergida

Fotos:  Olga Kotlytska

Am 4. Juni war YouthBridge im Rathaus der Landeshauptstadt München zu Gast. Wir trafen den Zweiten Bürgermeister Josef Schmid. Wir stellten Fragen und Herr Schmid stand uns Rede und Antwort. Hier sind einige Eindrücke:

Ich fragte Josef Schmid, was er von der Idee hält, die Innenstadt Münchens autofrei zu machen.

 

Er mag die Idee nicht und begründete es damit, dass für die lokalen Geschäfte, die an neu entstehenden Fußgängerzonen liegen, die Mietpreise zu hoch seien. Er sieht allerdings ein, dass es sinnvoll ist, den Autoverkehr in München zu reduzieren. Die Menschen sollten insbesondere durch Anreize dazu bewegt werden, nach und nach auf Car- und Bike-Sharing umzusteigen.

 

Meine Meinung: Die Stadt München sollte mutiger sein. Ich halte die Idee einer autofreien Stadt für sehr spannend und sinnvoll. Weltweit gibt es Konzepte, die sehr gut funktionieren. Auch der Münchner Stadtteil Riem ist autofrei.

Natan

Anfang Juni gab es ein großes und öffentliches Fastenbrechen im Luitpoldpark mit mehr als 3.000 Gästen. Diese Veranstaltung fand nun zum zweiten Mal mit, ganz wichtig, der Unterstützung der Stadt München statt.

Meine Frage an Herrn Bürgermeister Schmid war, warum ein solches Fastenbrechen mit Unterstützung der Stadt München erst im letzten Jahr gestartet ist. Schließlich gibt es in München seit mehreren Jahrzehnten muslimische Gemeinden.

 

Die Antwort war, dass es Fastenbrechen auch schon davor gab. Er selbst habe an mehreren Fastenbrechen der muslimischen Gemeinden teilgenommen.

 

Meine Meinung: Ich bin mir nicht sicher, ob die Fastenbrechen der muslimischen Gemeinden, an denen Herr Schmid teilgenommen hat, von der Stadt München unterstützt wurden. Es ist aber sehr erfreulich, dass es nun ein großes Fastenbrechen gibt, das die Stadt München unterstützt. Ein großes Dankeschön dafür!

Ismail

Ich fragte Herrn Schmid: Wieso reißt die Stadt München die historischen Häuser, die unsere Stadt sowohl kulturell als auch geschichtlich ausmachen,  ab – statt sie zu restaurieren?


Herr Schmid antwortete, dass die Stadt auch auf die beschränkte und sehr teure Miet- und Wohnlage in München Rücksicht nehmen muss. Man müsse stets abwägen und entscheiden, was wichtiger ist. Zudem sagte er, dass viele Bürger manche Denkmäler auch nur deshalb erhalten wollen, weil sie nicht wollten, dass etwas anderes entsteht. Er nannte auch die zum Teil sehr hohen Renovierungskosten als Grund.

Meine Meinung: Ich verstehe natürlich, dass der Profit verlockend ist. Aber unsere Stadt machen die letzten historischen Bauten so besonders. Natürlich ist auch die Wohnlage in München sehr heikel, jedoch gibt es viele Flächen im Münchner Umland, die noch nicht bebaut sind. Man könnte doch diese nutzen, bevor man ein Stück Kultur und Geschichte abreißt. Die Bedenken wegen der hohen Renovierungskosten kann ich auch sehr gut verstehen. Man könnte die Kosten möglicherweise durch private Investitionen mindern, denn vielen Menschen bedeuten die Denkmäler sehr viel. Sie sind ein Stückchen Heimat, ein Stück München.

Noal

Bayern hebt sich ein wenig von den anderen Bundesländern in Deutschland ab:
Die Schulen sind am schwersten, es ist das einzige Bundesland, in dem die CSU und nicht CDU gewählt wird, die Änderungen im neuen PAG gehen weiter als in anderen Bundesländern. Meine Frage lautete, ob sich Bayern künftig noch weiter abgrenzen wird.

Aus der Antwort konnte ich ziehen, dass Bayern kein unabhängiger Staat werden wird, weil dies in vielerlei Hinsicht nachteilig für den Freistaat Bayern wäre.

Leider war die Zeit zu knapp, um die Frage ausführlicher zu besprechen.

Zawadi