Die Wahlen und die Regierungsbildung in Bayern waren der perfekte Anlass: Wir hatten mehrere politische Seminare und haben überlegt, was uns als Jugendlichen wichtig ist und welche Verbesserungen die Politik herbeiführen sollte. Wir haben sowohl ein Manifest geschrieben als auch ein Video gedreht. So verleihen wir unseren Vorschlägen und Forderungen mehr Power. Schaut Euch an, was wir zu den Themen Bildung, Infrastruktur, soziale Gerechtigkeit und Integration zu sagen haben.

YouthBridge Manifest

Wir, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Projekts YouthBridge München, haben uns Gedanken darüber gemacht, was die neue Bayerische Staatsregierung bei der Bildung, der sozialen Gerechtigkeit, der Mobilität und der Integration zum Besseren verändern könnte.

Bildung:

Wir fordern, dass die Grundschule in Bayern sechs Jahre dauert. Diese Veränderung des Bildungssystems entlastet die Kinder von dem großen Druck, der ihnen im letzten Grundschuljahr entgegenschlägt. Dies würde den Kindern auch eine bessere Entwicklung bieten. Vor allem aber werden die Schüler eine bessere Entscheidungsfähigkeit entwickeln, da sie dann besser einschätzen können, welche der drei weiterführenden Schulen am besten zu ihnen passt.

Ein großes Thema ist die Digitalisierung an bayerischen Schulen. Um diese richtig durchzusetzen, sind umfangreiche Maßnahmen sowohl für die Schüler als auch für die Lehrkräfte notwendig. Dafür schlagen wir vor, mehrere Projekte an allen Schulen durchzuführen.

Sehr wichtig für das Bildungssystem ist, dass mehr qualifizierte Lehrer vor allem an Mittel- und Gesamtschulen eingestellt werden.

Entscheidend ist für uns auch Weiterbildung von Quereinsteigern.

Soziale Gerechtigkeit:

Eine Frauenquote ist notwendig, um mehr Frauen vor allem in wichtige politische Berufen zu bringen und mehr jungen Frauen zu inspirieren, eine Karriere in der Politik anzustreben.

Des Weiteren fordern wir einen gesicherten Lebensunterhalt für alle Bürger. Arbeitslosigkeit soll nicht mehr dazu führen, dass Menschen in die Armutsfalle Hartz IV gedrängt werden. Wir fordern die Abschaffung von ALG II und wollen dafür ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle, das ausreicht, um ein Leben in Würde führen zu können. Das Grundeinkommen soll nicht von der sozialen Teilhabe ausschließen. Es soll dazu beitragen, dass jeder Mensch seinen Interessen nachgehen kann und nicht einen Karriereweg wegen der Bezahlung oder aus finanzieller Not wählt.

Hierzu ist eine Steuerreform notwendig, die die Ärmsten entlastet und die Wohlhabendsten am meisten besteuert.

Konkret ist hier die Rede von einer Reichensteuer von 53 % und eine steuerliche Entlastung für ein jährliches Bruttoeinkommen von bis zu 80.000 € im Jahr, um die wachsende Schere zwischen Arm und Reich endlich zu verkleinern.

Außerdem fordern wir die Abschaffung der Zwei-Klassen-Medizin. Deutschland ist eines der letzten Länder, das dieses System fortführt. Aufgrund der unterschiedlichen Bezahlung der Ärzte durch private und gesetzliche Krankenkassen kommt es zu unterschiedlichen Wartezeiten und qualitativ äußerst abweichenden Behandlungen der Patienten. Für Privatversicherte nehmen sich Ärzte häufig mehr Zeit und arbeiten genauer. Um dies zu verhindern, ist eine Bürgerversicherung notwendig, in die jeder einzahlt. Dadurch würden die Ärzten gleiche Beträge für die gleiche Arbeit bekommen, wodurch alle Patienten gerecht behandelt würden. Dies würde zu einer Verbesserung des Gesundheitssystems führen.

Mobilität:

Wir fordern eine Verkehrswende, um die Luftqualität in und die globale Klimabilanz zu verbessern.

In München ist dafür der baldige Bau eines Nord- und Südrings der S-Bahn notwendig. So würde der öffentliche Verkehr dezentralisiert werden, anstatt ihn, wie aktuell geplant, mit der zweiten Stammstrecke weiter zu zentralisieren.

Genauso erforderlich sind weitere Investitionen in das Fahrradweg-Netz, da Fahrräder umweltfreundlicher als Autos sind und gleichzeitig eine positivere Auswirkung auf den Fahrer haben.

Wir wollen eine Ausweitung von Bike- und Carsharing. Und dies nicht nur im Münchner Stadtgebiet, sondern auch im Landkreis.

Ebenso wichtig ist, dass der „Kuschelkurs“ von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer mit der Autoindustrie beendet wird und die Automobilkonzerne zur Hardware- Nachrüstung jeglicher Autos, die Schadstoffgrenzwerte überschreiten, verpflichtet werden oder den vollständigen Kaufpreis des Fahrzeugs den betrogenen Kunden zurückerstatten.

Auch die Finanzierung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) muss umstrukturiert und solidarisch gestaltet werden. Das aktuelle Tarifkonzept mit vier Zonen und 16 Ringen ist unübersichtlich, kompliziert und für alle Fahrgäste eine Zumutung. Deswegen fordern wir den Umstieg auf einen vollständig steuerfinanzierten ÖPNV. Denn Verkaufsstellen, Stempelautomaten und Fahrgastkontrollen verschlingen viel Geld, das stattdessen in den Ausbau des Angebots des ÖPNV investiert werden könnte.

Integration:

Für eine gesunde Integration ist eine dezentrale Unterbringung von Geflüchteten wichtig. Dies fördert ihre Integration, die Geflüchteten kommen unter die Menschen und so werden Ängste abgebaut.

Umbedingt sollte es einen Abschiebestopp für alle Geflüchteten in Ausbildungs- und Beschäftigungsverhältnissen geben.

Wir wünschen uns die uneingeschränkte doppelte Staatsbürgerschaft in Deutschland. Damit wäre die Bundesrepublik Deutschland ein Vorbild, dem alle Staaten Europas folgen sollten.

Das Projekt YouthBridge will mit diesem Schreiben die starke Meinung der Jugendlichen vertreten. Wir hoffen sehr, dass wir hiermit etwas bewirken können.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Projekts YouthBridge München