Jetzt ist es persönlich!

Jetzt ist es persönlich!

Endlich ist es soweit: die soziale Gruppe des YouthBridge Projekts in München hat ihr erstes eigenes Projekt auf die Beine gestellt! Und schon mal vorab: es war wirklich super! Aber gut, fangen wir mal ganz von vorne an…
Bereits bei unserem dreitägigem Seminar am Chiemsee im November wurde schnell klar, dass unser Ziel ist so vielen Menschen zu helfen, wie nur möglich. Und so hat die neu gegründete soziale Gruppe beim ersten Brainstorming konkrete Ideen gesammelt, von denen eine bei allen sofort gut ankam und darum ganz oben auf unserer Liste stand: der Besuch einer Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge. Warum? Weil wohl kein Thema in ganz Europa so aktuell ist, so emotional diskutiert wird und so viele Menschen berührt, wie die Flüchtlingskrise. Genau darum, wollten wir aus Theorie, Praxis machen und die wahren Geschichten, hinter den im Fernsehen ausgestrahlten Gesichtern der Geflüchteten Frauen, Männern und Kindern, unbedingt kennenlernen und diesen Menschen so gut es geht helfen.
Zur Vorbereitung auf das geplante „Meet&Greet” mit den Bewohnern der Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in Daglfing, München, hat die soziale Gruppe an einem Info Abend zum Thema „Umgang mit Traumata“ teilgenommen. Dabei haben wir vor allem gelernt, was mögliche Auslöser für Traumata sein können und wie wir, als angehende freiwillige Helfer, damit am besten umgehen sollten. Das Treffen rückte immer näher und unsere Vorfreude, aber auch Nervosität stieg immer weiter an: wird das Treffen auch wirklich allen von uns Spaßen machen? Werden wir uns gut mit den Menschen in der GU verstehen? Was genau sollen wir bei unserem ersten Treffen eigentlich machen? Diese und viele weitere Fragen beschäftigten nicht nur mich und deshalb fanden sich die „Sozis“ für ein weiteres produktives Treffen zusammen, um sicherzugehen, dass das „Meet&Greet“ am 03.03.2018, so reibungslos und lustig verläuft, wie nur möglich. Wir überlegten uns
Spiele zum Kennenlernen, planten wer welches Essen mitnimmt und sprachen auch gleich darüber, welche Ausflüge wir mit den Geflüchteten in Zukunft machen wollen. Und endlich stand das Treffen, von dem seit Monaten die Rede war, an und meine persönlichen Erwartungen und Hoffnungen waren sehr hoch, sodass der erste Schritt in den Gemeinschaftsraum der GU ein kleiner Schock war: Youbies! Ich habe NUR Youbies gesehen! Zwar ist YouthBridge für mich jetzt schon zu einer kleinen Familie geworden und ich habe mich sehr gefreut alle Mitglieder wieder zu sehen, aber an diesem Tag bin ich, so wie wir alle, aus einem anderen Grund gekommen: ich wollte unbedingt neue Menschen und Geschichten kennenlernen, und wie schon gesagt, Theorie in Praxis umsetzen. Und keine Sorge, unsere Wünsche wurden innerhalb kürzester Zeit doch noch erfüllt. Bereits nach einer halben Stunde war der gesamte Raum mit fast 30 Kindern und Jugendlichen im Alter von 13-20 Jahren gefüllt, die miteinander von Beginn an lachten, tolle Spiele spielten, gute Musik hörten und einfach so viel Spaß miteinander hatten, dass es schwer ist diesen in Worte zu fassen! Aus den geplanten 1,5 Stunden wurden 3,5 Stunden und aus Unbekannten wurden in Rekordzeit Freunde! Das Treffen hat wohl allen von uns bewiesen, dass Alter, Herkunft und Aussehen tatsächlich keinerlei Rolle spielen, so lange man denjenigen offen, interessiert und optimistisch entgegentritt, die dasselbe tun. Und wenn mir jetzt jemand mit fremdenfeindlichen Kommentaren begegnen sollte, dann kann ich bloß sagen: jetzt ist es persönlich!
Und was steht jetzt an? Nachdem beim ersten Treffen schon viele Nummern ausgetauscht wurden und wir uns alle jetzt schon vermissen, wird das nächste Treffen nicht lange auf sich warten lassen. Dafür sind verschiedene Ausflüge, wie beispielsweise ins Schwimmbad, Kino oder AirHop, geplant auf die sich jeder von uns jetzt schon unglaublich freut!
Sofija Pavlenko

 

Foto: lassedesignen – fotolia

2018-08-14T13:11:38+00:00