Workshop zum Thema Visionen und Selbstbestimmung anhand der Harvard-Rede von Mark Zuckerberg

Workshop zum Thema Visionen und Selbstbestimmung anhand der Harvard-Rede von Mark Zuckerberg2018-07-05T20:30:27+00:00

Referent: Benjamin Siegel, Rhetorik-Coach, Argumentorik-Akademie München

Viele Youbies waren sicher überrascht, was für inspirierende Reden und witzige Performances sie mit minimaler Vorbereitungszeit improvisieren können. Wenn man von einer Idee überzeugt ist und sich dafür einsetzt, also eine Bestimmung hat, dann braucht man nur ein bisschen Mut und schon ist man in der Lage, seine Ideen anderen überzeugend zu präsentieren.

Um unsere Bestimmung zu erkunden, haben wir uns von Mark Zuckerberg inspirieren lassen. Der Facebook-Gründer hat 2017 in einer Antrittsrede vor Harvard-Studenten zu diesem Thema gesprochen. Dabei will er junge Menschen dazu anhalten, ihre Bestimmung aus großen, globalen Visionen zu gewinnen, die sie zunächst lokal angehen, mit besonderem Augenmerk darauf, auch die Menschen zu inspirieren, die bisher auf der Strecke geblieben sind.

Ich bat die teilnehmenden Youbies, ihre Visionen und Ideen mit der Gruppe zu teilen und es tat sich ein sehr breites Feld auf: von Umwelt- und Tierschutz über Menschenrechte bis zu politischen Visionen wie dem bedingungslosen Grundeinkommen. Aufgefallen ist dabei, dass fast alle von diesen Ideen mehrfach genannt wurden, also schon in einer Gruppe von rund 30 Teilnehmern kaum jemand mit seiner Überzeugung allein dasteht.

Mit viel Pioniergeist, ganz im Sinne von Mark Zuckerberg, sind wir dann ins kalte Wasser gesprungen. Zuckerberg sagte: „Ideas don’t come out fully formed. They only become clear as you work on them. You just have to get started. If I had to know everything about connecting people before I got started, I never would have built Facebook.“ Nach einer kurzen Einführung, wie man eine Rede aus dem Stegreif hält, haben sich die Teilnehmer zu kleinen Gruppen zusammengetan und ihre Vision in einer kleinen Rede bzw. Performance mit einer Länge von zwei bis drei Minuten präsentiert.

Das Ergebnis war teils witzig, teils bewegend und durch die Bank sehr überzeugend. Zum Beispiel zeigten uns Sofiya und Patricia mittels einer Reihe von altbekannten Witzen, die in ihrer Natur frauen- bzw. auch männerfeindlich sind, wie sich diskriminierende Geschlechternormen in unserer Alltagssprache- und Kultur manifestieren, und warben für den Feminismus. Eine andere Gruppe hat uns anhand der Bedeutung des Films „Black Panther“ die Hindernisse und Vorurteile erklärt, denen sich die Black Community ausgesetzt sieht. Andere mahnten an, doch mal wieder ins Museum zu gehen und Kunst und Kultur zu leben. Am stärksten hat sich in mein Gedächtnis die Rede von Kheder eingebrannt, der über Krieg und Frieden gesprochen hat. Selber aus dem Irak kommend, hat er am Bespiel seiner Familie sehr bewegend geschildert, wieso die Geschehnisse im Nahen Osten uns alle angehen und an den Humanismus appelliert.

Insgesamt war die Energie in der Gruppe insbesondere am Ende sehr hoch. Jeder hat Raum gehabt, sich zu entfalten, jeder hat aktiv etwas beigetragen. Mark Zuckerberg wäre sicher stolz, würde er erfahren, was die Youbies aus seiner Rede gemacht haben.

Benjamin Siegel

Der Rhetorik-Coach Benjamin Siegel sollte unser Selbstbewusstsein beim Präsentieren fördern. Die Youbies haben zu Beginn einige Ausschnitte aus Mark Zuckerbergs Rede bei der Verleihung seines Ehrendoktortitels an der Universität Harvard angeschaut. Dabei hat Benjamin vor allem ein Wort aus der Rede ganz stark hervorgehoben, das Wort purpose, welches auf Deutsch so viel wie Bestimmung bedeutet. Laut Benjamin sei es Zuckerberg besonders wichtig, dass Menschen sich ihrer Bestimmung bewusstwerden. Man solle sich stets als Teil von etwas Größerem sehen und niemals vergessen, dass man durch die eigenen Handlungen, egal ob man diese selbst als wichtig oder unwichtig betrachtet, zum Erreichen eines größeren Zieles beiträgt.

Im praktischen Teil des Seminars sollten alle Seminarteilnehmer eine kurze Rede vor dem Publikum halten. Das Thema der Rede sollte die eigene Bestimmung sein – welche Ziele möchte man selber verwirklichen und wie kann man diese umsetzen? Anschließend gab Benjamin einige Tipps, wie man beim Präsentieren selbstbewusster wirkt und worauf beim Reden vor einem Publikum besonders zu achten ist. Viele dieser Tipps haben sich die Jugendlichen direkt zu Herzen genommen und waren bei ihren anschließenden Reden viel selbstbewusster als zuvor.

Das zweite YouthBridge-Seminar machte Spaß und war lehrreich. Wie schon beim ersten Mal gab es jede Menge lustige Momente und ich glaube, viele von uns konnten aus den Vorträgen Wissenswertes für die Zukunft mitnehmen. Ich bin nach wie vor froh ein Teil des Projekts sein zu dürfen und freue mich schon auf die nächsten Treffen mit meinen YouthBridge-Kollegen.

David Volkinshteyn

Wir haben Mark Zuckerbergs Rede an der Universität Harvard analysiert und in Gruppen Stegreifreden vorbereitet und gehalten. Zuckerbergs Rede stand unter dem Oberbegriff Bestimmung. Es ging um die Bestimmung eines eigenen Lebenszweckes, aber auch die Beteiligung an der Bestimmungssuche anderer Gesellschaftsmitglieder. Das geschieht durch die Verwirklichung großer Visionen. Jeder Mensch, der an der Verwirklichung einer solchen Vision beteiligt ist, fühlt sich gebraucht und hat dadurch eine persönliche Bestimmung.
Nachdem wir die Rede analysiert hatten, haben wir eigene Visionen zusammengetragen und uns in Gruppen auf ein Thema geeinigt und eine Stegreifrede zu einer der Visionen gehalten. Es war interessant, sich in so kurzer Zeit auf etwas vorzubereiten und es dann ohne zu proben vorzutragen und zu sehen, mit welchen Themen sich die anderen Gruppen auseinandersetzten.
Das Feedback, das ich nach der Rede bekommen habe, war sehr aufschlussreich.

Nathan Bilga